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Kapstadt, Karoo bis Johannesburg (2016)

Viel Schönes per Auto von Kapstadt nach Johannesburg.

Wandern und Golfspielen in Kapstadt und Stellenbosch

Am Samstag sind wir bei strahlendem Sonnenschein und frischem Wind auf den Löwenkopf gewandert. Leider war der Berg so überlaufen, dass sich der Genuss in Grenzen hielt. Es fand noch ein Trail-Running statt und Gruppen von Paraglidern pilgerten samt Gepäck bergauf, so dass wir ständig stehenbleiben und ausweichen mussten, was auf dem teilweise engen Pfad nicht immer ungefährlich ist. Der Rettungshubschrauber war im Einsatz und versuchte einen abgestürzten Läufer zu bergen. Trotzdem waren die Rundumblicke natürlich grandios. Da versteht man, warum Kapstadt weltweit zu den gefragtesten Wohngegenden zählt. Die Schönen und Reichen und viele andere tummeln sich vorzugsweise an der Promenade und dem Strand von Camps Bay. Da durften wir natürlich nicht fehlen.

Sonntag und Montag war Körperertüchtigung in Form von Golfspielen in Summerset West und Stellenbosch angesagt. Start: 7:20 Uhr. Anfahrtszeit 50 Minuten. Also 2 kurze Nächte. Die jeweils anschließenden Weinproben, unter anderem bei Ernie Els, haben mich wieder versöhnt.

 

Maultaschen in Capetown

Weil Gaby ins Schwabenland gereist ist und wohl noch aus anderen Gründen, haben Sabine und Talitha beschlossen uns mit "Original schwäbischen Maultaschen" zu beglücken. Ich habe mich da rausgehalten, da viele Köche bekanntlich nicht nur den Brei, sondern wohl auch die Maultaschen verderben. Eine weise Entscheidung. Die "Herrgottsbescheisserle" wie die Teigtaschen auch genannt werden, waren lecker. 

 

Im wilden Westen

Nach den vielen Menschen rund um Kapstadt zieht es uns wieder in die Einsamkeit. Die Wegstrecke Kapstadt - Namibia fehlt noch in unserem Reisealbum, ist aber in diesem Urlaub nicht mehr zu schaffen. Wir beschränken uns auf den Abschnitt Wild Coast Nationalpark und die Küste bis nach Langebaan. Die Wegstrecke beträgt ca. 120 km einfach.
Mit dem Besuch des NP verbinden wir eine Runde Golf m Langebaan Country Estate und ein Mittagessen im Strandloper Restaurant am folgenden Tag.

Auf dem Weg legen wir einen Stopp in Yzerfontein ein, wo der Atlantik die angeblich höchsten und beeindruckendsten Wellen Südafrikas erzeugt. Ein beliebtes Ziel für erfahrene Surfer. Die felsigen Teile der Küste sind übersät mit Muschelschalen und die Wellen wirklich beeindruckend. Die langen Sandstrände sind, jetzt in der Nebensaison, menschenleer. Hier einige Fotos:

Langebaan ist ein ruhiger Ferienort, der nur in der Saison aus seinem Schlaf erwacht. Hauptanziehungspunkt ist der Weastcoast National Park, der gleich am Ortsrand beginnt. Außerdem glänzt die Stadt mit einem sehr gepflegten Gary Player Golfplatz. Am meisten hat mich der Wind beeindruckt. Er weht bereits morgens stark, frischt gegen 10 Uhr auf, steigert sich im Laufe des Tages noch zu Sturmstärke. Golfspielen wird da zum Abenteuer. Auf meine Nachfrage, ob es hier immer so windig sei, erhielt ich die Auskunft: "Außer an 2 Wochen im Jahr. Aber während dieser 2 Wochen im Februar wird es unerträglich heiß." Unterkunft fanden wir über Airbnb in einem Wein- und Olivenestate. Der Besitzer, Rodney, stammt aus Sommerset West (bei Kapstadt), wo er auch noch ab und zu im Weingeschäft arbeitet. Wir konnten nicht genau herausfinden, was er genau macht. Er hat sich nach Langebaan zurückgezogen, produziert dort als "Hobby" Wein und Oliven und vermarktet seine Produkte selbst. Die örtlichen Restaurants führen jedenfalls alle seine Weine. Nebenbei hat er noch ein paar Unterkünfte für Feriengäste wie uns mitgebaut. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und viel über die südafrikanische Wein- und Olivenherstellung erfahren.

Den Nationalpark haben wir zweimal besucht. Dank unserer Wildcard (Jahreskarte für alle staatl. Nationalparks) war das kein Problem. An größeren Tieren gab es nur Strauße zu sehen. dafür liefen uns mehrere Schlangen buchstäblich über den Weg. Die Landschaft ist dicht mit Fynbos bewachsen, das im August/September farbenprächtig blüht und dann viele Besucher anzieht. Jetzt waren nur noch vereinzelt Blüten zu erkennen. Interessant, dass es an einer Lagune einen Badestrand gibt und dort auch Fischen, Tauchen, Bootfahren erlaubt ist. Eher ungewöhnlich für einen Nationalpark.

Zum Abschluss besuchten wir noch das "Restaurant" Strandloper, das einem Piratenlager nachempfunden ist. Vor dem Wind schützen Segeltuchwände, Schatten spenden Fischernetze und Palmdächer, gekocht wird auf traditionelle Art nur auf offenem Feuer, als Besteck dient eine Muschelschale. Ein Örtchen mit Flair und an diesem Nachmittag mit ca. 100 Besuchern auch ausgebucht.

Die Fotos sind etwas durcheinander. Ihr müsst selbst herausfinden, welche Fotos zu welchem Textteil gehören.

 

Durch die Karoo nach Norden - Matjiesfontein

Wie oben schon erwähnt, waren wir uns über die Rückroute nach Johannesburg nicht ganz klar. Es sind etwa 1500 km Fahrstrecke und die wollten wir möglichst "kurzweilig" hinter uns bringen. Nach dem Besuch an der Westküste haben wir die Küstenroute schnell ausgesondert. Nördlich von Langebaan ist praktisch nicht mehr viel zu sehen und die West-Oststrecke von Uppington nach Johannesburg kannten wir schon von der Herfahrt. Auf Empfehlung von Allen, der in Kimberley geboren ist, wollten wir eigentlich das Museum und das "big Hole" anschauen. Erste Station auf dem Weg nach Norden sollte auf jeden Fall die Stadt Beaufort West sein. Beaufort ist die größte Stadt in der Karoo und grenzt an den Karoo-National Park, den wir uns auch noch ansehen wollten.

Auf dem Weg dahin machten wir in Matjesfontein halt, weil wir noch nicht gefrühstückt hatten. Der Ort ist eigentlich ein Freilichtmuseum und besteht nur aus einer ca. 200 m langen Hauptsraße an der entlang sich die historischen Gebäude aus der Gründerzeit um 1884 erstrecken, unter anderem ein Café und ein Hotel. Der berühmte Blue Train macht dort Station und war für diesen Tag angekündigt, allerdings erst nachmittags. Kaum hatten wir unser Auto geparkt, wurden wir von einem stämmigen Herrn in Zylinder und Frack begrüßt, der sich uns als Reiseführer, Tourismusmanager, Entertainer und Hotelmanager vorstellte. Er bot an, uns herumzuführen, was wir gerne annahmen. Sehr kurzweilig und humorvoll brachte er uns die Geschichte des Ortes näher. Zum Abschluss und während wir auf unser Frühstück warteten gab er am alten Klavier noch einige Gesangseinlagen, unter anderem Ray Charles, wozu er sich meine Sonnenbrille auslieh. Sabine sang fleißig mit.

 

Karoo National Park - Beaufort West

Nach etwa 5 Stunden (incl. des kleinen Abstechers nach Matjiesfontein) fuhren wir in den Karoo National Park ein, der 1979 gegründet wurde, um eine 46 000 ha große Trockenzone der Großen Karoo zu schützen. Die Landschaft präsentiert sich extrem rauh, felsig und sehr trocken. Man kann 64 Säugetierarten, u.a. auch Nashörner sehen. Das war uns leider nicht vergönnt. Wir mussten uns mit Straußen, diversen Antilopen, Zebras und Schildkröten begnügen.Die Fahrt über einen Pass mit atemberaubenden Ausblicken hat uns etwas entschädigt.

Übernachtet haben wir im Cape Karoo Guesthouse. Die Inhaber haben wir in Ballito bei Herbie kennengelernt. Sie waren sehr erfreut über den unerwarteten Besuch und wir mussten versprechen, beim nächsten Besuch rechtzeitig Bescheid zu geben, damit sie ein ordentliches Braai mit Lamm-Spezialitäten aus der Karoo für uns vorbereiten könnten. 

 

Parys - eine unerwartete Überraschung 

Unsere Pläne über Kimberley zu fahren gaben wir auf, als wir hörten, dass am Sonntag im kleinen Örtchen Parys (sprich: Paareis) das jährlich Blumenfestival stattfinden sollte. Da es im dortigen Country-Estate auch einen Gary-Player-Golfplatz gibt, entschieden wir uns für die Route Bloemfontein - Parys. 

Parys liegt am Ufer des Vaal River und hatte nach den Visionen seines Gründers einst so schillernd werden sollen wie die französische Hauptstadt. Das traf nicht ein und Parys präsentiert sich heute als beschauliches Städtchen mit viel historischer Bausubstanz, liebevoll restauriert bzw. in Stand gehalten. Viele Künstler haben sich hier angesiedelt und präsentieren ihre Produkte in stilvollen kleinen Galerien. Während des Blumenfestes ist die komplette Innenstadt gesperrt und es war keine Übernachtungsmöglichkeit mehr zu bekommen. Deshalb mussten wir zum Übernachten ins 44 km entfernte Potchefstroom ausweichen.

Der Golfplatz und das zugehörige Estate liegen auf einer Insel im Vaal-River. Naturgemäß sind Wasserhindernisse allgegenwärtig. Die starken Unwetter der letzten Tage hatten dafür gesorgt, dass der Fluss zum reißenden Strom angeschwollen war und die Bunker noch zum Teil unter Wasser standen. Nach Loch 13 wurde wegen Gewittergefahr abgeschossen. Wir hatten das Clubhaus kaum erreicht, als ein für diese Region typisches Gewitter mit Hagel und Blitzen rundum losbrach. 

 

Zum Abschluss: Golf und Stadt

Jetzt ist es soweit, Auto ist weg, Gepäck aufgegeben und die letzten Rand verbrasst. 

Nach Parys sind wir direkt nach Johannesburg gefahren. Das Navi hatten wir vorher auf "kurze Strecke" eingestellt, was uns eine Stadtrundfahrt durch die Innenstadt einbrachte. Zum Glück war es Sonntag und der Verkehr hielt sich in Grenzen. So kamen wir immerhin in den Genuss einer Sightseeng-Tour, die wir freiwillig nicht gemacht hätten.

Gestern haben wir die Rush-hour auf der sechsspurigen Stadtautobahn bei Gewitter genossen. Die fast schon üblichen schweren Unfälle mit Minibussen gaben dem Ganzen noch zusätzliche "Würze". 

Wir wohnten wieder im "Sleep Eezy Cottages" bei Lawrence und Moira. Gut war, dass wir Abschlagzeiten auf den 3 Top-Golfplätzen ergattern konnten. Glendower (Austragungsort der BMW-Open) und Royal Johannesburg (Joburg Open) haben wir gestern und vorgestern gespielt, heute Morgen noch Serengeti. Das war ein echtes Highlight zum Abschluss der Reise. Nicht nur der Platz war toll, auch das Ambiente und der Service. Nach der Runde wurde in der Umkleide sogar ein frisch gezapftes, eiskaltes Bier serviert. Hendrik Stenson hat hier die SA-Open gewonnen, Sabine immerhin die Veith-Merdian-Open siegreich beendet.

Das war's.

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