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Regenwald, Gorilla- und Chimp-Trecking, Safaris

Die Idee Uganda zu besuchen entwickelte sich nach unserem obligatorischen Besuch der CMT-Reisemesse in Stuttgart 2019. Einer der Reiseveranstalter empfahl Uganda als sicheres und für Selbstfahrer geeignetes Urlaubsziel.

Nach den ersten Recherchen stellten wir fest, dass sehr viele Veranstalter Ugandatouren im Programm haben, meist mit dem Titel „Uganda's finest" oder so ähnlich. In der Regel wird eine Kleingruppenreise oder zumindest ein Auto mit Fahrer angeboten. Wir wollten selbst fahren, um etwas freier entscheiden zu können. Bei der in Kampala ansässigen Agentur „Roadtrip Uganda" buchten wir einen Toyota Rav4, die Unterkünfte, sowie die Permits für das Gorilla-Tracking und die Chimpansen-Wanderung.

 

Von Turkish-Airlines werden wir zu einem akzeptablen Preis, trotz Hochsaison und Weihnachtszeit, von Frankfurt über Istambul und Kigali (Ruanda) nach Entebbe transportiert. In Entebbe kommen wir nachts gegen 3 Uhr an. Nach Kontrolle des Impfpasses mit der Gelbfieber-Impfung verlaufen die Einreiseformalitäten problemlos. Wir ziehen noch je 1.250.000 UGX (300€) am Geldautomaten bevor uns der Fahrdienst unserer Unterkunft Via-Via-Guesthouse vor der Ankunftshalle in Empfang nimmt. Die Zufahrt zur Unterkunft ist bereits spektakulär und auf den letzten Metern sehr beschwerlich; ausgewaschene Sandpisten mit tiefen Schlaglöchern verlangen Fahrer und Auto in der tiefschwarzen Nacht einiges ab.
Das Via-Via ist sowohl Start- als auch Endpunkt unserer Tour, was sich im Nachhinein als sehr praktisch erweist.

Die Route im Überblick:

 

 

Reisestart in Entebbe

Nach dem üppigen und abwechslungsreichen Frühstück im Garten des Via-Via und Blick auf einen Teich mit vielen Vögeln (Komoran, Kingfisher, Ibis) geht es zu Fuß auf Einkaufs- und Erkundungstour. Das Auto kommt erst am nächsten Tag, sodass uns genügend Zeit bleibt, die entsprechenden Reisevorbereitungen zu treffen. Oberste Priorität hat der Kauf einer prepaid local sim card. Dazu müssen wir in den MTN-Shop im Victoria Mall Shopping-Center.
Nach dem Passieren des Security-Gates stehen wir vor einem relativ neuen, nach südafrikanischen Muster erbauten, Gebäude. Shoprite, Bata, KFC und alle Mobilfunkbetreiber sind vertreten.
Alles ist weihnachtlich dekoriert, aus der obersten Etage erklingt Bläser-Weihnachtsmusik. Im Supermarkt erstehen wir Getränke und etwas Reiseproviant. Klaus nutzt die Gelegenheit für einen Schnappschuss mit dem ugandischen Weihnachtsmann.
Wir kaufen eine SIM-Karte mit einem Monat Gültigkeit und 3 GB Datenvolumen. Die Reiseliteratur empfiehlt neben der Nutzung analoger Straßenkarten nämlich die APP "maps.me". Die sonst eher schlecht bewertete App schlägt in Uganda google.maps um Längen. Nicht, bzw. schlecht ausgeschilderte Straßen sind nur ein Grund dafür, dass viele Reiseveranstalter Mietwagen mit Fahrer anbieten.

Auf dem Rückweg zum Guesthouse passieren wir einen typischen afrikanischen Markt auf dem vom chinesischen Flip-Flop bis zum lebendigen Huhn alles angeboten wird. Transportiert wird in Uganda, ähnlich wie in Indonesien, für den Privatgebrauch so ziemlich alles mit dem Moped. Der Jahreszeit entsprechend, sind die Mopeds der sogenannten "Porter" mit Weihnachtseinkäufen beladen. 

Zurück im Via-Via leisten wir uns noch ein leckeres Abendessen und ein Nile Special vom Fass. Perfekt wird der Abend durch dezente Livemusic (der Gitarrist ist der Sohn eines Pfarrers) und viele nette Menschen um uns herum.

 

Nach kurzer Nacht geht's um 8 Uhr zum Frühstück. Danach erfolgt die Übergabe des Wagens, eines nicht mehr ganz neuen RAV-4. Dem Aufbruch zu unserer ersten Safari-Destination, dem Mburu-National-Park steht nichts mehr im Weg.

Lake Mburu-National Park und Eagles Nest

In Ugandas Südwesten sind einige der meistbesuchten Naturattraktionen zu finden, wie die Nationalparks Queen Elisabeth, Lake Mburo und Bwindi. In dem weitläufigen Savannengebiet zwischen Victoria-See und Ruanda gibt es zahlreiche Seen. Unser erstes Etappenziel ist der Lake Mburo (1250 m hoch) und der gleichnamige Nationalpark. Unsere Unterkunft „Eagles Nest" liegt auf dem Gipfel eines Hügels mit herrlicher Aussicht auf den Park und die umliegenden Dörfer. Wir erreichen unser Tagesziel nach 6,5 Stunden Fahrt von Entebbe.

Wir versuchen, die Autobahn zu vermeiden und damit dem Verkehrschaos der Hauptstadt Kampala zu entkommen. Das gelingt uns nur bedingt. Der Verkehr in der Stadt ist eine Herausforderung. Von hunderten Mopeds flankiert, quälen wir uns durch die diversen Kreisel. Die Richtungswechsel erfordern gute Nerven und einen exakt funktionierenden Gasfuß. Wir sind heilfroh als wir auf der Überlandstraße sind.

Uganda ist sehr dicht bevölkert. Es reiht sich Dorf an Dorf. Freie, einsame Flächen gibt es auf dieser Strecke eigentlich nicht. Der Weg zur Unterkunft führt einige Kilometer durch Bananenplantagen.

Kurz vor 15 Uhr werden wir im Eagle´s Nest  mit einem Fruchtsaft begrüßt und zu unserem Safari-Zelt geführt. Die Aussicht auf den Park und die umliegenden Dörfer ist grandios.

Bei einem ersten Game-Drive in den Nationalpark sehen wir gleich die ganze Palette an Großwild (Zebra, Giraffe, Büffel, Antilopen, Warzenschweine). Neu für uns ist die Sichtung von Kronenkranichen, dem Wappenvogel Ugandas.

Nach einem einfachen, aber leckeren Abendessen und der passenden Menge Bier und Gin&Tonic nickt Sabine auf der Couch ein. Ein sicheres Zeichen, dass wir endlich im Urlaubsmodus sind.

Die Parkgebühr (40$/pP) gilt für 24 Stunden, so dass wir am nächsten Morgen eintrittsfrei einfahren können. 

Neben dem Game-Drive wollen wir noch eine Rundfahrt auf dem See unternehmen. Die 30$/pP sind jeden Cent wert. Der begleitende Ranger informiert sehr sachkundig und unterhaltsam. Sichtungen von Hippos, Krokodilen und Fischadlern vervollständigen das Tierportfolio.

 

Gorilla-Trecking, Lake Mutanda

An Heiligabend brechen wir zum Lake Mutanda auf. Dort beziehen wir Quartier für den eigentlichen Höhepunkt der Reise, das Gorilla-Trecking im Regenwald.

Die Gesamtfahrzeit beträgt etwa sechseinhalb Stunden. Die Hauptstraße ist relativ neu und in einem guten Zustand, was zu flottem Fahren verführt. Als Folge geraten wir dreimal in eine Geschwindigkeitskontrolle. Zweimal kommen wir mit einer Ermahnung davon, beim drittenmal erklärt uns der Polizist, dass er dringend Geld für die Weihnachtsgeschenke der Kinder braucht. Den ursprünglichen Betrag halbiert er, weil wir auf eine Quittung verzichten. Seine Kinder werden es uns danken!

In dem Örtchen Nabusanke überqueren wir den Äquator. Sabine macht hier an der "Friendly Filling Station"  Bekanntschaft mit der schmutzigsten Toilette auf allen bisherigen Reisen (ein Foto wäre nicht zumutbar!). 

Nach der Abzweigung zum Lake Mutanda, der immerhin auf 1800 m liegt, geht es auf schmalen und teilweise schlammigen Wegen fast permanent bergauf.

Bei leichtem Regen erreichen wir gegen 14:00 Uhr unser Ziel. Es ist herrlich hier und der See mit all seinen Inseln und den über 4000m hohen Vulkankegeln im Hintergrund ist beeindruckend. Die steilen Hänge sind mit Bohnen Kürbissen und Bananen bepflanzt.

Die Mutanda Lodge liegt sehr malerisch auf einer kleinen Halbinsel und weist einen gehobeneren Standard auf, was sich auch im Preis zeigt. Aber es ist schließlich Weihnachten! Wir übernachten letztmals in einem festen Gebaude, einer kleinen Holzhütte am See mit Veranda und Badezimmer. Das zugehörige Restaurant ist geschmackvoll eingerichtet und macht Lust aufs Weihnachtsessen. Geleitet wird die Anlage von einem jungen niederländischen Paar, Marie-Anne und Oscar, die erst seit 3 Monaten vor Ort sind.

Am nächsten Morgen, dem 1. Weihnachtstag, brechen wir zum Gorilla-Trecking auf. Die benötigten Permits (750€/pP) mussten im Voraus gebucht und bezahlt werden. Aus Gründen des Tierschutzes sind die Besucherzahlen sehr limitiert.

Um sicherzustellen, dass wir den Treffpunkt rechtzeitig finden, entschließen wir uns, einen einheimischen Fahrer anzuheuern. Patrick holt uns um 6:00 Uhr an der Lodge ab, fährt 1 Stunde gefühlt kreuz und quer durch die Berge und liefert uns pünktlich im Information-Centre des Bwindi Impenetrable National Park ab. Wir betreten den Park durch das Rushaga Gate im Southern Sector. 36 Touristen wollen heute zu den Gorillas und werden in Gruppen zu maximal 6 Personen eingeteilt. Patrick erledigt auch die Anmeldeformalitäten für uns. Eine vernünftige Entscheidung, die wir jederzeit so wieder treffen würden, zumal sich Patrick als sehr geselliger, humorvoller Mensch herausstellt, der uns darüber hinaus noch mit vielen Informationen versorgt. Jede Gruppe wird von einem bewaffneten Guide begleitet. Unser Guide heiß Felix. Außer uns gehören noch 4 Franzosen zur Gruppe.  Wer sein Gepäck nicht selbst tragen kann oder will, heuert Porter an. Jede Gruppe besucht eine der Gorilla-Familien, die sehr verstreut im Regenwald-Schutzgebiet leben. Wir werden der Busingye Famile einen Besuch abstatten. Um zu den Familien zu gelangen, gibt es unterschiedlich lange und schwierige Wege. Wir fahren mit dem Auto noch einmal 20 Minuten bergauf und steigen bei ca. 2700 m in den Regenwald ein. Die Dschungelwanderung selbst dauert noch einmal 2 Stunden einfach.

Der Aufenthalt bei den Gorillas ist auf 60 Minuten beschränkt und wird von den Guides auch genau eingehalten.  

Die Dschungelpfade sind matschig und rutschig. Wir laufen für ca eine Stunde auf schmalen Pfaden. Dann treffen wir die Spotter. Diese folgen "ihrer" Gorilla-Familie den ganzen Tag und geben die Position an den Guide durch. Sie bleiben bei der Familie, bis die abends ihre Nester baut. Am nächsten Tag folgen sie den Spuren der Familie, ausgehend vom Ruheplatz des Vortages. Jetzt verlassen wir die Pfade und tauchen schnurstracks in die Unwegsamkeiten des Dschungels ein. Mit Macheten schlagen die Jungs den Weg frei. Tatsächlich benötigen wir die emphohlenen Handschuhe. Einige der Büsche und Ranken sind mit scharfen Dornen gespickt. Die Pfade sind jetzt sehr steil und anstrengend zu gehen.

Endlich gelangen wir zu "unserer" Busingye Famile. Als erstes sehen wir ein Jungtier im Baum hängen.  Jetzt bleiben die Porter und die Rucksäcke mit Verpflegung zurück. Essen und Trinken bei den Gorillas ist streng verboten. Menschen mit Schnupfen oder sonstigen evtl. ansteckenden Krankheiten dürfen nicht teilnehmen.

Die Gorillafamilie besteht aus circa 10 Tieren. Der Silberrücken zeigt sich nur kurz in seiner ganzen Pracht, dafür spielt ein Jungtier ganz nah bei uns im Geäst. Nach genau 60 Minuten müssen wir den Rückweg antreten, der nicht weniger anstrengend ist als der Hinweg.

Nach insgesamt fünf Stunden sind wir an den Autos, wo man uns als Beweis der Teilnahme ein Zertifikat überreicht. Auf dem Heimweg stoppen wir noch an einer Verkaufsstelle mit Souveniers, bekommen noch einen traditionellen Tanz vorgeführt und erfrischen uns mit einer Dose Castle.

Um 18:00 Uhr lädt die Lodge zum Weihnachtsessen. Es gibt Sekt und ein Auswahlmenü. Manager Oscar ist unser Sitznachbar. Wir unterhalten uns angeregt, genießen das Essen und eine Flasche Sauvignon Blanc.

Am 2. Weihnachtstag erholen wir uns am See von der anstrengenden Gorilla-Tour. Das ist so entspannend dass wir vergessen uns entsprechend zu schützen. Das Ergebnis ist ein ordentlicher Sonnenbrand, obwohl die Sonnencreme direkt neben der Liege steht.  Am Nachmittag erleben wir ein richtiges Tropengewitter. Blitz und Donner kommen gleich gefühlt neben uns an.

Die Route für den nächsten Tag besprechen wir mit Patrick. Er schenkte uns seine Karte der Umgebung mit allen eingetragen Abzweigungen, was sehr hilfreich ist. Mit google maps hätten wir diese Wege nicht gefunden.

 

Queen Elisabeth National Park

Der Park erstreckt sich über 1980 km zwischen den beiden Seen Edward und George bis zur kongolesischen Grenze. Der Park ist durch den 33 km langen Kazinga-Kanal, der Edward und George verbindet, in zwei Hälften geteilt. Durch die Lage direkt am Äquator zwischen den Gebirgsketten Ruwenzori und Virunga fällt hier relativ wenig Niederschlag, mit Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 Grad.

Unser erstes Ziel ist der Ishasha-Sektor im Süden.

Enjojo-Lodge im Ishasha Sektor des Queen-Elisabeth-Nationalparks

Wir folgen Patricks Rat und fahren direkt durch den Bwindi-National-Park. Die Sandstraße ist in ausgezeichnetem Zustand und wahnsinnig schön.

Nach dem Park sind die Wege deutlich schlechter. Die Sandstraße zur Lodge ist durch den Regen eine einzige Schlammpiste. Auf halbem Weg ist sie durch einen steckengebliebenen LKW blockiert. Klaus fährt mit viel Mut und Schwung um das Hindernis und durch den Schlamm und wir schaffen es zur Lodge ohne stecken zu bleiben. Nach 7 Stunden sind wir am Ziel. 

Die Anlage, Safari-Zelte auf hohen Plattformen und Holzhäuser, die über Stege im Sumpf erreichbar sind, liegen sehr schön. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass vor allem die Zelte schon sehr in die Jahre gekommen sind. Stockflecken überall und der Reißverschluss ist defekt. Zudem müffelt das Kissen. Die Gemeinschftsdusche bietet nur kaltes Wasser. Wir treffen eine niederländische Familie mit 2 Kindern, die seit sieben Jahren in Kampala leben. Er arbeitet als Privatpilot und fliegt für Hilfsorganisationen.

Das Restaurant ist ansprechend, das Preisniveau liegt etwas über dem bisherigen. Diese Lodge würden wir nicht unbedingt weiterempfehlen. Das Personal war reserviert bis unfreundlich. Am nächsten Morgen fahren wir früh weiter in den Ishasha-Park. Wir haben einen Ranger (Oliver) angeheuert, da der Park nach heftigem Regen sehr nass und stellenweise unpassierbar ist. Ziel des Tages sind die weltberühmten Baumlöwen, die auf den imposanten Feigenbäumen liegen sollten. Vorerst sehen wir nur Uganda-Kobs und Topis

Wir umfahren jeden Feigenbaum mindestens zweimal aber die Löwen sind nicht zu sehen. Oliver erzählt uns das vor drei Tagen eine Gruppe Chinesen zu nah an die Bäume fuhr und die Löwen erschreckte. Deshalb wäre dies die erste Tour seit einem Jahr, in der er keine Löwen findet. Um 11 Uhr blasen wir die Löwenjagd erfolglos ab und machen uns auf dem Weg zur nur 60 km entfernten Bush Lodge, unserem nächsten Ziel.

Bush-Lodge

Nach rund 60 km und 2 Stunden Fahrzeit erreichen wir die Bush-Lodge am südlichen Ufer des Kazinga-Kanals. Wir werden freundlich empfangen, das Zelt ist toll, in sehr gutem Zustand und Blick auf den Kanal. Nach kurzer Pause, einem leichten Lunch und einem Nile-Special machen wir uns auf den Weg in den nördlichen Teil des Queen-Elizabeth-Parks. Dazu müssen wir den Kanal auf der einzigen Brücke überqueren. Wir nehmen uns zuerst den Bereich entlang des Kanals vor. An Wir sehen hauptsächlich Elefanten, die wohl auf dem Weg zum Kanal sind. Ebenfalls auf dem Weg zum Kanal ist eine Gruppe Soldaten. Sie absolvieren so etwas wie einen Orientierungsmarsch mit vollem Sturmgepäck, haben aber offensichtlich die Orientierung verloren. Sie wirken erschöpft und fragen uns nach dem Weg. Kurz entschlossen laden wir alle 5 mit Waffen und Sturmgepäck in unser kleines Auto und fahren Sie zum Kanal. Jetzt wissen wir dass in den Rav4 sieben Personen, fünf Gewehre, Marschgepäck und ein 20 l Wasserkanister passen.

Der Abend im Bush-Camp klingt mit Beef-Stew, Gemüse und Chenin Blanc angemessen aus. 

Um 6 Uhr dreißig machen wir uns auf den Weg und treffen unseren Guide für heute, Moses, an der Shell Tankstelle in Kattunguru. Wir sind das vierte Auto im Park und der Ranger auf dem Moped hat die Position der Löwen bereits kommuniziert. Moses fährt uns direkt hin. Zwei Weibchen und ein junges Männchen liegen in Sichtweite. Leider sind sie noch faul und bewegen sich kaum. Wir suchen noch weiter, können aber keine weiteren Löwen sichten.  Auf der Rückfahrt hat sich an der Sichtungsstelle der Löwen eine ansehliche Zahl von Autos versammelt.

Für 11 Uhr buchen wir eine Bootstour im Kanal. Die Tiersichtungen übertreffen alles, was wir per Auto gesehen haben: Jede Menge Hippos, Elefanten im Wasser, Büffel, Böcke. 

In der Nacht haben uns Hippos "besucht" . Um 3 Uhr nachts grasen sie direkt neben unserem Zelt. Belegfotos gibt es leider nicht, weil ausgerechnet jetzt der Blitz versagt hat. 

 

Chimpansen-Tracking im Kibale Forest

Um 8:15 Uhr brechen wir nach Kibale auf und überqueren den Äquator zum zweiten Mal. Die Straßenverhältnisse wechseln zwischen sehr gut und unterirdisch. In Hima ist der Straßenbau in vollem Gange. Das Navi zeigt uns eine Abzweigung die wir nicht finden. Also fahren wir Richtung Fort Portal und finden kurz vorher eine Abkürzung Richtung Katwenghe. Wir fahren mit Karte und sind um 12 Uhr im Camp.

Es liegt schön versteckt im dichten Wald mit Blick auf einen kleinen Teich.

Für den Nachmittag buchen wir für 50$ eine geführte Wanderung durch den umliegenden Wald. Gestärkt haben wir uns mit Tilapiafilet und Reis. Erstmals wird Castle Lite angeboten. Schmeckt nach den vielen Nile special aber sehr dünn und die 375 ml sind zu schnell geleert. 

 

 

Nach dem leckeren Frühstück machen sich alle Bewohner der Lodge auf den Weg zum Chimpansen-Trecking. Im Information-Centre werden etwa 80 Besucher begrüßt und mit einem Vortrag über das Leben derChimpansen auf den Tag eingestimmt. Mit 4 Indern werden wir einer netten Rangerin zugeteilt und in den Wald geführt. Die Wanderung ist gehtechnisch sehr einfach und schon nach 15 Minuten sehen wir die ersten Chimps, allerdings hoch in den Baumkronen. Später treffen wir eine Gruppe Chimps auf dem Boden. Sie lassen uns sehr nahe herankommen und ermöglichen schöne Fotos.

Auf der Rückfahrt zum Camp entdecken wir an der Straße das Café Beehive. Wir essen, spielen Dart und führen ein nettes Gespräch mit dem Manager der Taracco Lodge (Belgier). 

Jetzt sind wir gespannt auf das Silvestermenü. Die Angestellten haben das ganze Möbel des Restaurants an das Lagerfeuer geschleppt. Das "Feuerwerk" wird bereits um 8:00 Uhr abgebrannt, weil das Personal noch rechtzeitig nach Hause muss, um mit Freunden und Familie Silvester feiern zu können (ohne nervige Touristen). Als improvisiertes "Feuerwerk" wird mit einem paar Liter Benzin eine Stichflamme produziert. Einfallsreich!

 

Stopp Over in Fort Portal 

Am 1. Januar machen wir uns auf den Weg zum Murchison Falls Nationalpark. Die Strecke erscheint uns etwas zu lang, weswegen wir beschließen in Fort Portal eine Zwischenübernachtung einzulegen. Bei der Suche nach unserem Hotel Kontiki sehen wir ein Schild, das auf den Tooro-Golfplatz hinweist. Es ist eine alte 9-Loch-Anlage, wohl noch aus englischen Kolonialzeiten. Ich erhalte Leihschläger und einen Caddy, zahle 6€ und darf loslegen. Der Caddy stellt sich als bester Jugendgolfer der Region vor.

Nach einigem Suchen finden wir unser Hotel mit Haupthaus und mehreren Roundavels. Der Garten ist bevölkert von Familien und unzähligen Kindern. Entsprechend ist der Lärmpegel.  

 

 

Murchison Falls National Park

 

Nach 180 km fahren wir in den Park ein. Die Chinesen sind fleißig am Bauen eines Highways direkt durch den Park. Das wird verständlich, nachdem wir erfahren, dass im Park riesige Erdgasvorkommen entdeckt wurden, die sich die Chinesen sichern wollen. Etwa 10 km vor unserem Tagesziel, der Murchison River Lodge,  machen wir noch einen Abstecher zu den Murchison River Falls. Der weiße Nil stürzt hier mit viel Getöse in die Tiefe. Bekannt sind die Fälle als Drehort des Filmklassikers "African Queen" mit Humphrey Bogart. 

Dann geht's zur Lodge. Tolle Lage. Wir beziehen Zelt Nummer 5 direkt am Wasser. Nach dem Lunch geht es zum ersten Game Drive. Der Murchison National Park ist mit 3877 km2 das größte Schutzgebiet Ugandas und bildet zusammen mit den Wildreservaten Bugundgu (473 km2) und Karuma (675 km2) und dem Budongo Forest (435 km2) die Murchison Fallls Conservation Area. Der weiße Nil teilt das Gebiet in 2 Hälften. Wir wollen uns auf den Teil rechts des Flusses konzentrieren. Für unseren ersten Game Drive am Nachmittag müssen wir mit einer Fähre den Fluss überqueren. Eine Brücke gibt es hier nicht. Die Landschaft ist eher offenes Steppenland mit vereinzelten Palmen oder Akazien. Zum Beobachten von Tieren eigentlich ideal. 76 Säugetierarten und 460 Vogelarten sind hier beheimatet. Dominiered in der Steppe sind zweifelsohne die Rothschild-Giraffen, von denen wir gefühlte 500 sehen. Am nächsten Morgen wiederholen wir die Tour, für den Nachmittag unternehmen wir eine Bootstour zum Mündungsdelta des des Nils in den Albertsee. Im Albertsee verlaufen die Grenzen zur Republik Kongo und zum Südsudan. 

Auf der Bootstour hoffen wir auf Sichtungen des eindrucksvollen Vogels Schuhschnabel, der in der Ufervegetation häufig zu sehen sein soll. Wir hatten leider kein Glück. 

Wie immer in Afrika, bleiben wir trotzdem entspannt. Schließlich hat Sabine heute Geburtstag. Zur Feier des Tages gibt es abends Sekt, eine kleine Geburtstagstorte und traditionelle Musik im Livekonzert. 

 

Rückfahrt mit Hindernissen

Der Urlaub ist fast vorbei. Wir müssen nur noch von Murchison-Falls über Kampala nach Entebbe zurückfahren, um in der Nacht den Rückflug nach Frankfurt zu erreichen. Die Fahrt dauert normalerweise 6 Stunden. Als wir um 8 Uhr das Auto starten,  blinkt das Warnlicht für die Lichtmaschine. Nach Rücksprache mit dem Autovermieter fahren wir trotzdem los. Wir sind gerade aus dem Park ausgefahren als der Wagen stehenbleibt. Nach 1 1/2 Stunden kommt die "Vertragswerkstatt" aus dem 25 km entfernten Masindi mit einer Ersatzbatterie. Damit fahren wir zur "Werkstatt", wo sich die Mechaniker gleich ans Reparieren machen. Außer der Lichtmaschine werden noch die Bremsen neu belegt. Zahlen müssen wir dafür nichts.  Zwischendurch sind wir eher skeptisch, ob wir das alles rechtzeitig schaffen. Die Autoschrauber verlieren nicht die Ruhe und wir können kurz nach 14:00 Uhr wieder aufbrechen. Gegen 19:00 Uhr erreichen wir die Via-Via-Lodge in Entebbe, und genießen zum letzten Mal deren leckeres Essen und das kalte Bier Um 2:30 Uhr werden wir zum Flughafen gebracht und landen am nächsten Morgen wohlbehalten in Frankfurt.

Fazit: Uganda war unglaublich und auf jeden Fall eine Empfehlung wert. 

 

 

 

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